04.10.2005 Conference 2005 in York / GB

Vom 30.09. bis 04.10 2005 veranstaltete die Astrological Association of Great Britain in York einen internationalen Kongress, der unter der umsichtigen Leitung des Präsidenten Roy Gillett zu einem wirklichen Großereignis wurde.

Ca. 350 Astrologen aus aller Welt trafen sich auf dem weitläufigen Gelände der University of York , um fünf Tage lang, die hervorragenden Ausführungen der 60 internationalen Vortragenden zu hören. Im regen Austausch gemäß dem Motto des Kongresses "Viele Zungen - eine Sprache", entwickelte sich ein freundschaftliches, harmonisches Klima. Dieser Eindruck wurde von vielen Teilnehmern bestätigt und als einer der wesentlichen Unterschiede zu anderen Kongressen empfunden. Beeindruckend war vor allem das International renommierte Aufgebot der Vortragenden. Es fiel gar nicht leicht, eine Auswahl zu treffen, da jeweils 5 Parallelvorträge stattfanden, daher kann hier nur über einige der vielen exzellenten Referenten berichtet werden.

Den Auftakt bildete eine Videopräsentation eines Interviews über das imponierende Leben von André Barbault, der bereits zu Lebzeiten als Astrologe eine Legende ist, das Lynn Bell gestaltete.

Lynn Bell selbst beeindruckte mit Ihrem höchst aktuellen Vortrag, "Ruhm im Käfig, der Transit Saturns durch den Löwen".

Alexander von Schlieffen brachte in "Horoskope und Gesichter" die Darstellung der äußerlichen Veränderungen im Vergleich mit den astrologischen Konstellationen während eines Lebens, z.B. des Politikers Joschka Fischers.

Robert Hand, weltbekannter Autor, Forscher und Gelehrter, bezeichnete in seinem visionären Vortrag "Hin zu einer postmodernen Astrologie" die zeitgenössische eher psychologisch orientierte Astrologie als "moderne Astrologie". Er betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Kenntnis der klassischen Astrologie, wollte diese jedoch in ihrer Bedeutung nicht überbewerten. So forderte er dazu auf, mehr an die alte Tradition anzuknüpfen und, unter Einbeziehung der Psychologie, wieder zu konkreten Aussagen zu finden. Dazu sei aber der Aufbau einer philosophischen Basis notwendig, was Robert Hand in seinem zweiten Vortrag, am Beispiel von Aristoteles belegte.

Auf sehr anschauliche Weise vermittelte der britische Autor Dennis Elwell in "Astrologie als Fremdsprache: Wie sind ihre einzigartigen Erkenntnisse zu übersetzen?" seine 57 jährige Erfahrung mit der Astrologie. Er bedauerte sehr, dass die Wissenschaft zur Zeit jegliche Sinnfindung peinlichst vermeidet. Elwell sieht die Bedeutung der Astrologen besonders darin, die Menschen zukunftsweisend darin aufzuklären, wozu sie geboren wurden, und auch welche Aufgaben, vor allem in spiritueller Hinsicht, von ihnen gemeistert werden sollten.

Raffael Gil Brandt machte in "Die Struktur des siderischen Tierkreises: Galaktische Matrix und solilunare Rhythmen" die "Würden" und "Grenzen" der Planeten deutlich, indem er einen weiten historischen Rahmen von der Antike bis zur Jetztzeit spannte. Er belegte in seinen Ausführungen, das der siderische Tierkreis der wesentlich ältere ist und von allen historischen astrologischen Richtungen angewandt wurde, bzw. die vedische Astrologie diesen aktuell einsetzt. Der siderische Tierkreis sei genauer und Brand legte eine intensivere Beschäftigung damit nahe.

Maria Luise Mathis hielt ihren Vortrag über ihr Spezialgebiet "Das Combin". An den interessanten Beispielen von Elton John - Prinzessin Diana, Elton John - David Furnish und Papst Benedikt XVI. - Vatikan, also einer Person und einem Staat, vollführte sie die vielfältige Anwendbarkeit der neuen Methode der Partnerschaftsastrologie und brachte letztlich auch das Combin als Beispiel für die Geburtszeitkorrektur von Duchess Camilla.

Chris McRae erhellte "Das Rätsel der Eklipsen" durch eine sehr lebendige Darstellung dieser Himmelphänomene und erklärte anhand übersichtlicher Tabellen, wie man diejenigen Eklipsen herausfindet, die die wesentlichen Veränderung im Leben sichtbar machen.

Der Norweger Lars Winding besprach das heikle Thema "Mond und Saturn - die Wiege und das Grab" indem er besonders die unterschiedlichen Qualitäten von warm und feucht - Mond - im Gegensatz zu kalt und trocken - Saturn - herausarbeitete.

Die vedische Orteastrologie wurde durch Andrew Foss erläutert, wobei er mit seiner Software Shri Jyoti Star besondere Methoden entwickelte, wie man planetare Energien auch schon durch Umzüge im näheren Umfeld nützen kann.

Schließlich präsentierte Raymond A. Merrimen, der Wirtschaftastrologe aus den USA, anhand der Mondknoten-Umläufe den Verlauf der verschiedenen Lebenszyklen und markanter Ereignisse, wie Beginn und Ende wichtiger Beziehungen, oder den Zeitpunkt von Investition, Aufbau, Höhepunkt und Abstieg wirtschaftlicher Aktivitäten.

Heidi Treier brachte das Beispiel von Maria Montessori in ihrem Vortrag "Neue Dimensionen der astrologischen Beratung im Wassermannzeitalter".

Den eindrucksvollen Abschlussvortrag "Schicksal, Komplexitätstheorie und Mythen" hielt die Australische Forscherin Bernadette Brady, indem sie die Chaostheorie vorstellte und veranschaulichte, dass sich die Astrologie auf dieser Basis ausgezeichnet begreifen lässt. Gleichzeitig zeigte sie das Problem auf, dass sich die Astrologie demnach mit wissenschaftlichen (linearen) Methoden überhaupt nicht schlüssig erforschen lässt. Das außergewöhnliche Thema, der bewegte Vortragsstil, waren ein würdiger Abschluss, eines eindrucksvollen Kongresses, auf hohem Niveau, der die Bedeutung der Astrologie gerecht wurde.

Mit großer Begeisterung und Standing Ovations wurde Roy Gillett für seine hervorragende Leistung und Organisation gedankt. Man konnte mit Astrologen aus aller Welt Kontakte knüpfen und durch das breite Themenspektrum des Gebotenen viele Anregungen mit nach Hause nehmen. In Österreich wäre eine solche Konferenz in Universitären Räumlichkeiten kaum denkbar, und ich finde diese gastfreundliche, offene und unvoreingenommene Haltung der Astrologie gegenüber beispielgebend und nachahmenswert für ganz Europa!



Im Gespräch: Ray Merrimen - Reinhardt Stiehle - Maria Luise Mathis, Robert Hand - Maria Luise Mathis

Maria Luise Mathis

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