| 10.03.2006 |
Nakshatras - die 27 Mondhäuser 1.Teil Der Mond zählt zu den wichtigsten Horoskopfaktoren, seine Bedeutung auf dem Weg durch die einzelnen Sternbilder wird vor allem in den davon abgeleiteten Mondstationen - den Nakshatras hervorgehoben. |
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Die indische Astrologie würdigt den Mond durch einen eigenen Tierkreis, und wird deshalb auch als "Mondastrologie" bezeichnet. Demnach unterteilen die Inder den Fixsternhimmel nicht nur in 12 Sonnenzeichen, in die Strecke, die die Sonne innerhalb eines Monats zurücklegt, sondern besitzen eine viel ursprünglichere Ebene, nämlich: die Einteilung in 27 Abschnitte zu 13°20, den Mondzeichen. 13°20 entsprechen der durchschnittlichen Strecke, die der Mond innerhalb eines Tages zurücklegt. Sie werden als Nakshatras bezeichnet, was soviel bedeutet wie: "Über die Nacht herrschen". Während ein Planet ein Sonnenzeichen durchläuft, residiert er somit in 3 unterschiedlichen Nakshatras, da ein solares Zeichen jeweils aus 2 1/4 lunaren Konstellationen besteht. Er drückt so nicht nur die Energien des Sonnenzeichens aus, in dem er sich befindet, sondern gibt auch auf einer wesentlich subtileren Ebene die Energie des Nakshatras wieder. Bevor ich aber auf die Bedeutung einzelner Nakshatras eingehe, möchte ich zunächst auf einen grundlegenden Unterschied zwischen der westlichen und der östlichen Astrologie hinweisen. Der westliche Astrologe legt seinen Berechnungen des Horoskops den tropischen Tierkreis zugrunde, während die Inder den siderischen Tierkreis verwenden. Die Differenz zwischen den beiden Tierkreisen beträgt zur Zeit fast 24° und wird "Ayanamsa" genannt. Wer also die Planeten seines Horoskops hinsichtlich ihrer Position in den Nakshatras genauer untersuchen möchte, zieht einfach das Ayanamsa für sein Geburtsjahr ab. Ein kleiner Abstecher in die indische Mythologie. Der Mond besucht, so erzählt uns die Mythologie, jede Nacht eine andere seiner 27 Frauen, die so schöne Namen wie z.B. Rohini, Pushya und Ashwini tragen. Alle 27 sind Töchter Dakshas, eines an der Schöpfung der Welt beteiligten Gottes und geben den Nakshatras ihre Namen. Weilt nun der Mond für einen Tag in der Konstellation einer bestimmten Mondfrau, so wird der Mensch, der an diesem Tag geboren ist, die Charakteristika dieser Vereinigung des Mondes mit dem Nakshatra in sich tragen und in seinem Leben zur Entfaltung bringen. | |
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1) Jedes Nakshatra drückt also ganz bestimmte Energien, d.h. Qualitäten aus, die symbolhaft in bildhaften Darstellungen ihren Ausdruck finden. In der Folge gehe ich näher auf die ersten 9 Nakshatras ein: Ashwini wird durch einen Pferdekopf dargestellt und symbolisiert demnach Kraft, Schnelligkeit, Impulsivität, und wird auch mit heilenden Kräften in Verbindung gleich gesetzt. Bharani entspricht das Bild einer Vagina, und ist einerseits das Symbol für sexuelle Erfüllung, andererseits jedoch als Zeichen für die Entstehung und das Heranreifen von Neuem. Veränderungen und Transformation werden mit enormer Durchhaltekraft vorangetrieben. Krittika heißt Klinge oder Schneide, sie verrät eine kämpferische Einstellung, die im positiven Fall sehr entwicklungsfördernd eingesetzt werden kann. Auch die Kraft des Feuers , Agni, hilft bei der Verdauung der Nahrung, bzw. durch die Verbrennung der Klärung und Reinigung von schädlichen Energien. Rohini heißt "die Rötliche", wird durch eine Kutsche dargestellt, was mit Reichtum und Luxus assoziiert werden kann. Dieses Nakshatra verspricht Sinnlichkeit und Schönheit, schließlich war Rohini die Lieblingsfrau des Mondes, bei der gerne länger verweilen wollte. Das Bild von Mrigashira ist ein scheues Reh, das stets auf der Suche nach Nahrung und Sicherheit ist. Die materielle Sicherheit ist besonders wichtig. Andererseits bringt die mentale Suche auch unbeständige Energien, sowie eine ausgeprägte Intelligenz hervor und eine große Lust zu Reisen. Ardra wird durch Tränen und einen Edelstein verkörpert. Menschen, bei denen dieses Nakshatra betont ist, haben es nicht leicht im Leben. Der Edelstein in der Mitte steht symbolisch für die Bereitschaft zur Anstrengung, was letztlich der Bewusstseinserweiterung dient. Durch die Überwindung der Schwierigkeiten und Schmerzen kann der Juwel zu strahlen beginnen. Purnavashu gilt als Nakshatra der Erneuerung. Ein Köcher mit Pfeilen deutet auf passive, aufnehmende und reflektierende Eigenschaften hin. Dieses Nakshatra wird vor allem mit Rückzug und Ruhe in Verbindung gebracht, die notwendig ist, um eine Neue Sache zu starten. Imaginative, intuitive und kommunikative Fähigkeiten versprechen Erfolg. Pushya, dargestellt durch ein Kuheuter, bedeutet "ernähren" und weist somit auf die versorgenden Kräfte in der Natur hin. Wachstum wird auf allen Ebenen, aber besonders auf der spirituellen Ebene gefördert, um wiederum andere nähren zu können und ihnen Vorbild zu sein. Aslesha wird mit einer Schlange in Verbindung gebracht und verkörpert die kraftvolle Kundalini-Energie. Dieses Nakshatra verleiht eine starke, fast hypnotische Ausstrahlung und eine tiefe philosophische Natur. Immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen wird eher Zurückhaltung geübt, ist aber gleichzeitig immer bereit an- und einzugreifen. 2) Jedes Nakshatra steht unter dem Einfluss einer bestimmten planetaren Energie. Dazu ist wichtig zu wissen, dass die 2 Lichter wie Sonne und Mond, die 5 Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn, aber auch die Mondknoten, die sogenannten Schattenplaneten Rahu und Ketu ein Nakshatra regieren können (siehe Tabelle). Diese planetaren Herrscher sind maßgeblich für das bedeutendste indische Prognosesystem, die Dasas. Sie bestimmen zu welcher Zeit, und wie lange es zur Entfaltung der einzelnen Lebensthemen kommt. So wird im sogenannten Vimshottari-Dasa System der Herrscher des Nakshatras, in dem sich der Mond zur Zeit der Geburt befindet, als Ausgangspunkt für die Berechung herangezogen. Befindet sich der Geburtsmond z.B. in Bharani, ein von Venus regiertes Nakshatra, so beginnt das Leben sozusagen unter der Schirmherrschaft der Venus. Je nachdem, welche Strecke der Mond in diesem Nakshatra bereits zurückgelegt hat, so lange dauert das Dasa. Die Länge und Abfolge der einzelnen Phasen (siehe Tabelle) sind genau festgelegt. Der gesamte Zyklus dauert 120 Jahre. 3) Die Nakshatras werden auch zur Berechnung des günstigen Augenblicks verwendet. Unter anderem wird dabei die Qualität des Nakshatras untersucht, in dem sich der Mond zum Zeitpunkt des Beginns der Handlung befindet. Z.B. ist Rohini ein geeignetes Nakshatra für eine Hochzeit oder für eine Grundsteinlegung ist. Der Beginn einer Reise ist dagegen in Ashwini oder Mrigashira besonders günstig, weil man rasch vorankommen möchte. 4) Eine ebenso wichtiger Bereich, indem die Nakshatras eine wesentliche Rolle spielen, ist die Partnerschaftsastrologie. Da der Mond im Horoskop die Bedürfnisse eines Menschen darstellt, lässt sich aus seiner Stellung im Zeichen und Haus naturgemäß auch seine Bindungsfähigkeit, und daraus abgeleitet, sein Verhalten in der Partnerschaft ableiten. Zusätzlich werden die Mondstellungen der Partner in den einzelnen Nakshatras auf ihre Kompatibilität untersucht. 5) Jedes Nakshatra wird auch einem der drei Dosas, Vata, Pitta und Kapha, aus dem Ayurveda zugeordnet. Und beruht auf der traditionellen Verknüpfung von Ayurveda und Astrologie, wobei jedes Dosa im Körper, durch eine bestimmte Konstitution oder auch Temperament ausgedrückt wird. Das Zusammenwirken der Dosas zweier Monde findet ebenso in der Partnerschaftsastrologie seine Anwendung. Partner, deren Monde sich in Nakshatras mit verschiedenen Dosas befinden, haben die größte Chance, einander zu ergänzen. Das Temperament des einen wirkt sich förderlich auf das Temperament des anderen aus. 6) Letztlich entsprechen jedem Nakshatra bestimmte Laute, die mit ihm in Harmonie schwingen. Und da der Name das erste und bedeutendste Mantra im Leben eines Menschen ist, trachten die Eltern in Indien bei der Namensgebung des Kindes im Einklang mit der kosmischen Schwingung des Nakshatras zu sein, welches durch die Mondkonstellation gegeben ist. Wird ein Kind mit seinem Mond auf 10° Stier (Nakshatra Rohini) geboren, so sollte im Namen die Silbe "oh" enthalten sein. Der Name Otto oder Roland z.B. festigt die Persönlichkeit dieses Kindes bei jeder Namensnennung. Literaturhinweise: Nick Lewis und Gudrun Schellenbeck: "Praxisbuch der vedischen Astrologie", Chironverlag. © Maria Luise Mathis << Zurück zum Index >> |