| 10.03.2006 |
Nakshatras - die 27 Mondhäuser 2.Teil Der Mond als schnellster aller Himmelskörpern drückt durch seine Position am Firmament den Wechsel der Zeitqualität am deutlichsten aus. So lag es nahe, dass ihm die Inder einen eigenen Tierkreis widmeten, der erstmalig im Rig Veda, dem ältesten Teil der Veden, erwähnt wurde. Die Unterteilung des Tierkreises in 27 Abschnitte, die sogenannten 27 Nakshatras, entspricht jener durchschnittlichen Strecke von 13°20´, die der Mondes innerhalb eines Tages zurücklegt. Der solare Tierkreis, der den Fixsternhimmel in 12 Anschnitte teilt, entsprechend dem Weg der Sonne durch den Fixsternhimmel in einem Monat, erfährt durch den lunaren Tierkreis eine weitere Differenzierung. Der Tierkreis des Mondes erlaubt somit ein sehr subtiles Erfassen der kosmischen Energien.
Bevor Sie also die Position Ihrer Planeten und Achsen in den einzelnen Nakshatras studieren, ziehen Sie das für Ihr Geburtsjahr Ayanamsa abz.
Jedes Nakshatra drückt symbolhaft, unterstützt durch bildhafte Darstellungen, ganz bestimmte kosmische Qualitäten aus. Die Nakshatras 1 bis 9 wurden bereits im Newsletter 02/2006 besprochen. Heute beschreibe ich die Nakshatras 10 bis 27 ein: Magha wird durch eine Krone symbolisiert und verkörpert Würdenträger und machtvolle Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und andere zu führen. Sie orientieren sich an hohen Wertmaßstäben, haben oft wirtschaftliche Erfolge und erreichen eine Position der Anerkennung. Purva Phalguni entspricht das Bild eines Bettes (in manchen Abbildungen mit einer Person), und steht für Erholung und Erneuerung. An sich bilden Kreativität und Ehrgeiz aber auch Sinnlichkeit und Sexualität den Schwerpunkt in der Lebensgestaltung. Die egobetonte Erfüllung sinnlicher Lüste kann aber auch zu Bequemlichkeit verleiten. Uttara Phalguni wird ebenfalls durch ein Bett (in manchen Abbildungen mit 2 Personen) dargestellt. Dieses Symbol ist mit Purva Phalguni verbunden und steht ebenso für Ehrgeiz und Entschlusskraft. Zusätzlich aber ist hier auch die Fähigkeit angezeigt, auf großzügige und hilfsbereite Art die Interessen der anderen mit einzubeziehen. Hasta bedeutet übersetzt "Hand" und symbolisiert "Das, was einem in die Hand gelegt wird". Damit sind Fingerfertigkeiten, allgemeine Geschicklichkeit gemeint, die sich in kunsthandwerklichen oder auch heilenden Fähigkeiten ausdrücken können. Ergänzt werden dies durch einen brillanter Intellekt, der in Form von Lernfähigkeit oder Redegewandtheit zu Tage tritt. Chitra wird durch eine Perle symbolisiert, deren Schönheit, Glanz und Helligkeit mit einer strahlenden und gebildeten Persönlichkeit in Verbindung gebracht wird, der es gelingt, dank ihrem kreativen Potential Werke zu schaffen, die neben Anerkennung und Ehren auch materiellen Wohlstand mit sich bringen. Swati entspricht dem Bild junger Pflanzen, die vom Wind geformt werden. Die Fähigkeit, sich in verschiedene Richtungen zu biegen und zu bewegen, wird als großes Interesse an verschiedenen Wissensgebieten sowie an philosophischen Studien interpretiert. So kann auch ein gewisses diplomatisches Potential aber auch chronische Unentschlossenheit angezeigt sein. Vishakha wird als Triumphbogen oder Weggabelung dargestellt. Nur die zielgerichtete und konsequente Verwirklichung der Pläne kann zum Sieg führen, um den Triumphbogen durchschreiten zu können. In dieser Konstellation drückt sich aber auch die Gefahr aus, durch Übertriebene Leidenschaftlichkeit und Begierden vom rechten Weg abzukommen. Anuradha, das Bild einer Lotusblüte, bedeutet den Sieg des Lichtes über die Dunkelheit. Gleich der Lotusblüte, die im Schlamm wurzelt und sich durch schmutziges Wasser hindurcharbeiten muss, um endlich in vollkommener Reinheit und Schönheit das Licht zu begrüßen, zeigen im Leben Verstrickungen und Krisensituationen den Weg der Wandlung an. Jyeshtha bedeutet übersetzt "der oder die Älteste" und wird durch einen Ohrring dargestellt. Dieser war ein Symbol der Macht und kennzeichnete einen bestimmten Würdenträger. Mut, Initiative und Tatkraft sowie Verantwortung und Führungskraft können sehr erfolgreich im Kampf um die Gerechtigkeit eingesetzt werden und zu Anerkennung auf weltlicher Ebene führen. Mula wird durch einen Bund von Wurzeln dargestellt. An die Wurzel zu gelangen, den Dingen auf den Grund zu gehen, ist oft erst nach schwierigen Lebenserfahrungen oder Erschütterungen möglich. Damit sind auch ein Forscherdrang verbunden, sowie therapeutische Fähigkeiten, Transformation und Heilung herbeizuführen oder zu begleiten. Purva Ashadha wird als Korb zum Sieben des Getreides dargestellt und heißt "der Unbesiegte". Wird die Stärke dieser Konstellation in eine positive Richtung gelenkt, so besteht vor allem die Fähigkeit zur Verbesserung der Lebensumstände aber auch zu Reinigung von negativen Energien, wie z.B. Egoismus oder Stolz. Uttara Ashadha entspricht dem Bild des Stoßzahnes eines Elefanten. Aufgrund von Weisheit, Willenskraft, Geschicklichkeit und Festigkeit kann eine Person mit dieser Konstellation zum unschlagbaren Gewinner werden. Soziales Engagement und innere Überzeugungen von der Sinnhaftigkeit ihrer Unternehmungen sind weitere Fähigkeiten, die zu Erfolg und Ruhm führen können. Shravana ist als Ohr abgebildet. Dieses Nakshatra steht in Verbindung mit Meditation, verleiht Geduld, Demut und Durchhaltevermögen, um die Klänge des Kosmos zu hören. Hier erkennt man ernsthafte Schüler und begnadete Lehrer, deren Worte Gehör finden und Weisheit vermitteln. Dhanishtha verspricht gemäß der Abbildung einer Trommel oder eines Flötenspielers künstlerische Talente, vor allem im Bereich der Musik. Aber auch Hilfsbereitschaft und eine soziale Einstellung führen dazu, gleich einem kosmischen Gefäß die Energien zu sammeln und in den Dienst einer größeren Sache zu stellen. Shatabishak, das Symbol eines Kreises, verkörpert das Streben nach Vollkommenheit und steht mit spirituellen Kräften in Verbindung. Dies mag tiefe Einsichten schenken und eine meditative Persönlichkeit begünstigen. Übersetzt bedeutet Shatabishak "100 Heiler und Ärzte" und steht auch für die Fähigkeit zur Heilung. Purva Bhadrapada wird durch ein Schwert dargestellt, das auf ein erhebliches aggressives Potential hinweist, das aber noch nicht in Erscheinung getreten ist. Gelingt es dem Menschen, seinen Kampfgeist in den Dienst einer guten Entwicklung zu stellen, so vermag er in tiefe Schichten des universellen Bewusstseins vorzudringen. Uttara Bhadrapada entspricht einer Schlange, die in tiefen Gewässern lebt. Das Symbol der Schlange ist mit einem enormen transformierenden Energiepotential verknüpft und verspricht die Fähigkeit, den kosmischen Regen auf sich wirken zu lassen und von ihm "befruchtet" zu werden. Daher wirkt sich diese Konstellation günstig auf die Ehe bzw. das Familienleben aus. Revati wird mit Reichtum und Wohlergehen in Verbindung gebracht und durch einen Fisch dargestellt. In diesem Nakshatra ist das Ende der Entwicklungsreise angezeigt, die materiellen Bedürfnisse sind nicht mehr wichtig, denn für deren Erfüllung scheint der Kosmos zu sorgen. Die Fähigkeit auf materieller wie auch auf seelischer Eben andere zu ernähren und zu heilen ist oft gepaart mit Feinfühligkeit und Hellsichtigkeit. Die 27 Nakshatras werden grundsätzlich in 3 Zyklen zusammengefasst. Der erste Abschnitt der 9 Nakshatras von Ashwini bis Aslesha sich im Bereich der vier Tierkreiszeichen von Widder bis Krebs befindet und der materiellen Ebene zugeordnet wird. Der zweite Abschnitt der 9 Nakshatras von Magha bis Jyeshtha deckt sich mit den Tierkreiszeichen von Löwe bis Skorpion und wird mit der emotionellen Ebene in Verbindung bebracht. Während die 9 Nakshatras des dritten Abschnittes von Mula bis Revati sich im Bereich der Tierkreiszeichen von Schütze bis Fische befinden und der geistigen Ebene zugeordnet werden. Dem ersten Zyklus entspricht die Schöpfungskraft RAJAS, dem zweiten Zyklus wird die Erhaltungskraft TAMAS zugeordnet und im dritten Zyklus werden die Vollendungskräfte SATTVA dargestellt, die gleichzeitig die Energie der Auflösung in sich bergen. So gesehen ist im Tierkreis des Mondes die gesamte Energie des Kosmos enthalten. Fragen zu diesem Thema können Sie gerne an mich richten: office@astromatis.at, 02252 / 86266. Literaturhinweise: Nick Lewis und Gudrun Schellenbeck: "Chandra - der Mond in der Astrologie", erschienen am 18. August 2006 im Eigenverlag. © Maria Luise Mathis << Zurück zum Index >> |