04.01.2010 Internationales Zürcher Symposium für Astrologie vom 27. bis 28. November 2010 – ein erfolgreicher „Event“

Mit einer humorvollen Anmerkung eröffnete Beatrice Ganz, die Präsidentin der Astrologischen Gesellschaft Zürich, das 14. Internationale Zürcher Symposium für Astrologie: "14 Jahre - wir sind mitten in der Pubertät, mitten im Teenager-Alter! Die Krise der Pubertät ist nötig, um erwachsen zu werden."


Seither setzt sie sich als unermüdliche und umsichtige Organisatorin dafür ein, die Beziehung der Astrologie zu anderen Wissensgebieten aufzuzeigen und die Akzeptanz der Astrologie in der Gesellschaft zu fördern.

Das Bild von der Pubertät diente auch zur Beschreibung der globalen Befindlichkeit. Es gehe darum, nach der Finanz- und Wirtschaftskrise, astrologisch in der derzeit geltenden „Kardinalen Klimax“ gespiegelt, als Welt- und Menschengemeinschaft erwachsen zu werden. Damit war ein ernsthafter Ton gesetzt für die zahlreichen Vorträge und Workshops, bei denen die Teilnehmenden auch die Gelegenheit hatten ihre persönlichen Horoskope deuten zu lassen. Das Symposium profitierte auch von der souveränen Gelassenheit der zwei neuen Moderatoren: Dr. Christoph Schubert-Weller und Wilfried Schütz. Die beiden renommierten Referenten sorgten für einen offenen und zugleich vertrauten Rahmen. Ihr Agieren an beiden „Fronten“ schuf eine ausgezeichnete Tagungsatmosphäre.

Das Eröffnungsreferat von Beatrice Ganz richtet sich an astrologische Laien und Profis, bietet eine Tour d'Horizon zur Philosophie der Astrologie: Wie „denkt“ Astrologie, was kann sie leisten? Astrologie spielt eine wichtige Rolle als Lebenshilfe, sie dient als prognostisches Instrument, mit dem Trends bestimmt werden können, außerdem wirkt sie in ihrem Versuch einer Weltdeutung sinnstiftend, weil sie zum Verständnis und zur Deutung von Zeit- und Weltgeschehen beiträgt.


Die Frage, ob es nach 2015 wieder aufwärts gehe, könne er so nicht beantworten, meinte Dr. Christoph Schubert-Weller schelmisch am Ende seines Vortrags zu dem Thema. Doch seine mundan-astrologischen Überlegungen, die das Zeichen Fische mit Neptun ins Zentrum rückten, lieferten sehr wohl eine Antwort. Der Referent skizzierte eine Zeit des steigenden Innovationsdrucks unter dem Quadrat von Uranus/Pluto bis 2015; Saturn, der bis dahin seine Wanderschaft durch den Skorpion beendet haben wird, werde wohl den „Zahltag“ und somit eine Verschärfung der Krise bringen. Im Zeichen Fische, dessen Endgrade Uranus nun durchläuft und in dem Neptun sich von 2011 an befindet, würde die Menschheit in einer Zeit der Gärung stecken. Er verglich dies mit einer Chaosstimmung, die gerade dann herrscht, wenn im Haus aufgeräumt wird und kaum etwas am gewohnten Platz steht. Neues sei zwar in Sicht, aber die Lösungen sind noch nicht Realität. Für die Zeit nach 2015 erwartet Dr. Schubert-Weller daher den größten Druck und dass es erst dann wirklich ans „Aufräumen“ gehe.


Wilfried Schütz umriss in seinem komplexen und weitgespannten Vortrag die „Rolle des Denkens im menschlichen Bewusstsein“. Er konstatierte ein riesiges Neptun-Defizit, das er mit einem Modell veranschaulichte. Aus dem griechischen Mythos leitete er eine „Generationenfolge des Denkens“ ab, das im Tierkreis von den Fischen rückwärts bis zum Schützen reicht. Die Fische symbolisieren das ursprüngliche Chaos, wo das Göttliche empfangen und geboren wird, daraus entsteht Uranos (Wassermann), der Sohn des Chaos. Er sei das göttliche Kind in uns, die Inspiration. Saturn (Steinbock) wiederum ist ein Sohn von Uranos und stellt die Form in der Zeit dar, er ist ein Kind der Inspiration. Zeus/Jupiter schliesslich, als Sohn des Chronos/Saturn, ist der begeisternde Gedanke, das Kind der Form gewordenen Inspiration. Das Dilemma der herrschenden Bewusstseinsform im Zeichen Jupiters beschreibt Wilfried Schütz als den „eingeklemmten“ Verstand: Er bewegt sich einerseits in der Vergangenheit (nämlich in Bezug auf Weltanschauung, Überzeugungen, Religion, Wissenschaft) und ist andererseits wie Prometheus (den der Referent als „Jupiter-Kompensator“ bezeichnet) saturnisch begrenzt an einen Felsen gekettet. Statt also das Göttliche einzubeziehen (Fische), betonen wir lediglich noch das Denken (Schütze). Dieser „Sündenfall“ ist bei der Entmachtung des Uranos durch Saturn entstanden. Seither wird alles über den Saturn-Filter beurteilt (und verurteilt) und in Gut und Böse geschieden.


Ruth Stüssi-Schmidhauser stellte in ihrem Vortrag ein Modell für „Das Zusammenspiel der Planeten und Planetengruppen“ vor, das von API-Gründer Bruno Huber stammt und von ihr ausgebaut worden ist. Es unterteilt die Planeten in drei Gruppen, wobei Sonne, Mond und Saturn als den so genannten Ich-Planeten die zentrale Rolle zukommt. Merkur, Venus, Mars und Jupiter stellen in diesem Modell eine Untergruppe dar, die den Ich-Planeten ihre Dienste anbietet. Die geistigen Planeten Uranus, Neptun und Pluto sind eine übergeordnete Gruppe, die als Lehrer und Herausforderer der Ich-Planeten wirken. Anhand von Horoskopen der Teilnehmer demonstrierte Frau Stüssi-Schmidhauser den Vorteil dieser hierarchischen Gliederung: wesentliche Themen eines Horoskops konnte sie so schnell und treffsicher benennen.


Nach einer ausgiebigen Abendessenspause mit Fondueplausch ging es besinnlich-sinnlich und musikalisch-unterhaltsam weiter. Mit Dr. med. Rudolf P. Baumann stellte ein Arzt und Musikwissenschaftler seinen Wissensschatz zur astrologischen Synthese zur Verfügung. Er entwickelte als Musikwissenschaftler ein neues Modell, das die Dur- und Moll-Tonarten den Tierkreiszeichen zuordnet. Für jedes Zeichen respektive Tonart suchte er entsprechende klassische Musikstücke aus, die er auch akustisch vorstellte. Eine möglicherweise bahnbrechende Synthese, die unbedingt weiter verfolgt werden sollte.


Schließlich ging der Vorhang auf für die kabarettistische Darbietung von Michael Seyfried aus München. Er schlüpfte der Reihe nach in die Haut der zwölf Tierkreiszeichen und zeigte überspitzt ihre Stärken und Schwächen im imaginären Setting einer Firma, die ein „Reorganisationsprojekt 2012“ durchziehen will. Richtig: Abteilungsleiter ist natürlich der Widder, für die Kundenzufriedenheit ist der Krebs zuständig, und wenn unangenehme Wahrheiten gefragt sind, tritt die Betriebsrätin Frau Skorpion auf. Klar auch, dass die Rolle der Businessastrologin der Fischefrau gebührte.


Dynamisch gestaltete sich die Fortsetzung am Sonntagmorgen mit dem Workshop von Dr. Peter Schlapp aus Frankfurt. Er ließ eine alte Tradition neu aufleben, nämlich die symbolische Bedeutung von Zahlen. Mit Numerologie hatte sein Thema jedoch nichts zu tun, wie er klarstellte. Engagiert und lebendig demonstrierte er, dass im Aufbau der Zahlen ein archetypisches Muster erkennbar ist, ähnlich wie das im Tierkreis der Fall ist. Auch Zahlen haben eine Qualität. Die Zahl Eins symbolisiert demgemäß die Widder-Energie, die allem zugrunde liegt. Sie symbolisiert die Urbewegung, die benötigt wird, damit etwas entsteht und in Gang kommt. In diesem Modell wird das Göttliche, der Schöpfergott, bei der Widder/Mars-Energie angesiedelt. Anhand der Zahlen Fünf – das Fünfeck als geometrische Figur, die unendlich wachsen kann – und Sieben – eine Teilung des Kreises durch Sieben ergibt immer einen Rest, hier geht etwas nicht auf –, zeigten sich weitere erhellende Einblicke in die Qualitäten der Zeichen Löwe und Waage. Der spielerisch-assoziative Charakter des Workshops animierte die Zuhörer dann auch ihre eigenen Assoziationen und ihr Zahlen-Wissen aus der jüdischen und aus mystischen Traditionen beizusteuern.


Die dynamische Energie setzte sich am Nachmittag fort. Heidi Treier aus Köln stellte eine echte Innovation vor, nämlich ein astrologisches Instrument, das den anstehenden Paradigmenwechsel des Denkens mit einschließt. Evolutionsbedingt würden wir vor einem Quantensprung des menschlichen Bewusstseins stehen - also müssten auch die Astrologen eine andere Denkweise anbieten können. So lautete die Ausgangsüberlegung. Gemeinsam mit Sibylle Sulser vom IPEI hat Heidi Treier eine Deutung für das heliozentrische Horoskop erarbeitet. Dieser Ansatz ermöglicht, aus einer andern Perspektive unsere Aufgabe auf der Erde zu erkennen. Die Arbeit mit dem heliozentrischen Horoskop setzt aber das Bewusstsein voraus, dass wir Teil einer größeren Einheit sind, und dass wir mit dem Kosmos in Schwingung stehen. Auf der Erde jedoch gilt nach wie vor das geozentrische Horoskop, das unsere irdische Situation erfasst und mit dem wir das irdische System der Dualität reflektieren. Durch eine bewusste Ausrichtung unserer Aufmerksamkeit ist es aber möglich, die Polarisierung aufzulösen, und so in die andere Dimension zu gelangen, die das heliozentrische Horoskop anspricht.


Nach diesem Höhenflug ging es wieder sehr irdisch weiter. Die als „Altmeisterin der exakten Astrologie“ und „graue Eminenz des Astroforums“ angekündigte Heidi Dohmen widmete sich in ihrem Vortrag dem Euro. Von den drei Horoskopen, die bei dieser Währung eine Rolle spielen (der Zeitpunkt der Beschlussfassung, der Zeitpunkt, als der Euro Buchgeld wurde sowie seine effektive Einführung), wählte sie den Zeitpunkt der Einführung (1.1.2002, 0.00h, Brüssel). Das Horoskop deutete sie mit griffigen Formulierungen für die vielen spannungsgeladenen Aspektfiguren - so übersetzte sie das „rote Dreieck“ mit Mond in Löwe, am Zielpunkt, und Mars sowie Pluto, an der Basis, als „Anstreben von Popularität - notfalls durch Beeinflussung oder mit Gewalt“. Nach einem Rückblick auf die jüngere Vergangenheit mit dem „Griechenlandschock“ und dem „Euro-Hilfspaket“ blickte Heidi Dohmen auf die Zukunft, die von auffallend vielen kritischen Planetentransiten gekennzeichnet ist. Stichworte dazu waren: „Ein Angriff auf die Festigkeit der Währung“ mit Pluto in Konjunktion zu Venus und nicht zuletzt „die Unsicherheit der Währung“, eine „turbulente Währung“ mit Uranus im Quadrat zu Venus. Zudem scheinen der dreimalige Pluto/Sonne-Transit 2013 und der progressive Neumond 2014 auf ein Ende und/oder einen Neuanfang hinzudeuten.


Ein schönes Beispiel für die Aussagekraft klassischer astrologischer Deutungsinstrumente bot der Vortrag von Margarethe Laurent-Cuntz. Nach allen Regeln dieser Kunst analysierte sie zwei Horoskope von anwesenden Teilnehmerinnen des Symposiums und legte auf differenzierte Weise dar, inwiefern diese von der „Kardinalen Klimax“ betroffen sind bzw. waren – oder eben nicht. Dabei betonte sie, dass eine Prognose allein aufgrund von Transiten nicht ausreichend sei, sondern erst die Hinzunahme von Sonnenbogendirektion und Sekundärprogressionen eine verantwortungsvolle Prognose erlaube.


Last but not least präsentierte Maria Luise Mathis ihre Forschungsresultate über Planeten und Achsen an Zeichengrenzen. Diese „Grenzgänger“ sind energetisch irritiert, gehören jedoch noch klar in jenes Zeichen, in dem sie stehen. Sie zeigen eine Schwäche an, die sich im Laufe des Lebens in eine Stärke verwandeln kann. Bezogen auf den Beruf streben Menschen mit solchen Planetenstellungen eine Sonderstellung an und suchen in Beziehungen eher ungewöhnliche Lebensformen. Auf der Körperebene haben diese Menschen häufiger mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Besonders beeindruckte wie Frau Mathis, anhand einiger prominenter Beispiele sowie mit spontaner Deutung bei Anwesenden aus dem Symposiums-Publikum, die herausragende Rolle dieser Planeten- und Zeichenstellungen zeigen konnte, wobei vor allem Transite und Progressionen über diese Stellungen markante Ereignisse im Leben der Horoskopeigner anzeigen. Bei Louise Brown etwa, dem ersten Retortenbaby der Welt, befindet sich eine Merkur/Saturn-Konjunktion ganz am Ende des Zeichens Löwe. Darin spiegelt sich der Ehrgeiz der Wissenschaftler. Als die progressive Sonne 2007 exakt auf dieser Konjunktion stand, wurde Louise Brown selbst Mutter.

Hinweis: Hinweis: Das nächste, 15. Internationale Zürcher Symposium für Astrologie, zum Thema: „Die Astrologie - ein Leitfaden im Labyrinth der Welt” findet nicht wie gewohnt am letzten November-Wochenende 2011 statt, sondern früher: am Wochenende des 12. und 13. November 2011.

Anschließend an die Tagung - am Montag, 14. November 2011 - hält der bekannte Berliner Astrologe Dipl. Psych. Markus Jehle ein Seminar in Mundanastrologie.

Auch der Veranstaltungsort in Zürich ist neu: Kongresshaus Zürich, Kammermusiksaal.
Frühbucher erhalten eine Ermäßigung. Verpassen Sie diese exquisite Veranstaltung mit ausgezeichneten Referentinnen und Referenten nicht.
Info: Tel. 0041 (0)44 79 642 99 68, E-Mail: info@zuercher-symposium.ch. Website: http://www.zuercher-symposium.ch

Trudy Baumann, Feldmeilen(CH)

Mag. Maria Luise Mathis

Präsidentin des Österreichischen Astrologenverbandes
Berufsgruppensprecherin der Astrologen NÖ

 

<< Zurück zum Index >>