| 15.03.2009 |
Tag der Astrologie im Jahr der Astronomie Die "Internationale Astronomische Union" feiert 2009 das "Internationale Jahr der Astronomie" – und Astrologen feiern weltweit mit dem Eintritt der Sonne in das Tierkreiszeichen Widder am 20.3.2009 den "Tag der Astrologie". Astrologie und Astronomie waren schon immer eng mit einander verbunden. Die 2002 in Nebra (Sachsen) gefundene „Himmelscheibe“ mit ihren Darstellungen von Neumond, Vollmond und 32 Sternen aus Gold ist ein Beweis dafür, dass sich der Mensch schon seit 3600 Jahren am Himmel orientierte. Auch die Weisen aus dem Morgenland, die „Heiligen Drei Könige“, kamen aus dem Orient, um das neugeborene Jesuskind anzubeten. „Wir haben seinen Stern gesehen“ (Matth. 2,2) ist nach Dr. Christoph Schubert-Weller ein Zeugnis davon, dass sie astronomische und astrologische Kenntnisse hatten. Die sternkundigen Weisen waren sich der spirituellen Qualität der Zeit bewusst, sie haben aus der Gestirnskonstellation die Bedeutung der Geburt des Messias abgeleitet. 1520 gab es sogar einen Lehrstuhl für Astrologie an der Päpstlichen Universität. Aber auch an anderen Universitäten Europas unterrichteten zahlreiche Gelehrte Astrologie. Die bahnbrechende Entdeckung des heliozentrischen Systems von Nikolaus Kopernikus (1473 –1543) hat zwar das Weltbild, nicht aber die Astrologie verändert. Die alten astrologischen Lehrsätze behielten weiterhin ihre Gültigkeit bei gleichzeitiger Integration des Neuen. Die beiden wichtigsten Vertreter des heliozentrischen Weltbildes, Johannes Kepler und Galileo Galilei, waren beide praktizierende Astrologen. Dies beweisen zahlreiche Briefe mit astrologischen Berechnungen und Deutungen. Johannes Kepler erläuterte seine neuen Erkenntnisse in „Astronomia Nova“. Gleichzeitig beeinflusste er auch die Astrologie seiner Zeit wesentlich und nachhaltig, wie z.B. durch die Schriften „Von den gesicherten Grundlagen der Astrologie“. Durch die Erfindung des Fernrohres konnte Galilei 1609, also vor 400 Jahren, exakte wissenschaftliche Forschungen betreiben und dennoch blieb er auch der Astrologie treu. Erst seit der Entdeckung der Gravitationsgesetze durch Isaac Newton (1642-1712) und der damit verbundenen Etablierung eines rein mechanischen Weltbildes kam es zur Trennung von Astronomie und Astrologie. Die Astronomie konzentrierte sich laut Matthias Vogt (Schnellkurs Astrologie) ab dann auf die materielle Erforschung des Alls und wurde zur quantitativ mechanischen Wissenschaft. Die Domäne der Astrologen wurde die symbolische Deutung der himmlischen Erscheinungsformen, sie wurde zur rein qualitativ interpretierenden Sternenkunde, zur Lehre von der Zeitqualität. Wir laden erneut alle Astronomen zum Wissensaustausch und zur Diskussion über die gemeinsamen Wurzeln von Astronomie und Astrologie ein.
Mag. Maria Luise Mathis Präsidentin des Österreichischen Astrologenverbandes
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